Nach einer erholsamen Nacht war früh aufstehen angesagt, denn der erste große Wandertag stand auf dem Programm und so ging es vom Lake Louise Village zum namensgebenden See oberhalb des Örtchens. Hier angekommen bot sich am noch recht frühen Morgen da erhoffte Bild auf das ich so lang gehofft und gewartet hatte. In der sich durcharbeitenden Sonne, die gerade über die Berge aufstieg und die Wolken besiegte, erstrahlte das kleine Tal in dem der berühmte See lag in vollem Glanz.Vom Ufer des Sees folgte ich dem Weg zum nächsten kleinem Bergsee. Dieser führt über ungefähr fünf Kilometer und 450 Höhenmeter zunächst einen Teil immer am Lake Louise entlang bevor der Anstieg durch den dichten, hauptsächlich aus Kiefern bestehenden Wald begann. Dank etwas Neuschnee aus der letzten Nacht war der zu großen Stücken vereiste Pfad griffiger geworden und man kam recht zügig voran. Nach gut einer Dreiviertelstunde erreichte man den Mirror Lake, ein kleinen, komplett zugefrorenen See unterhalb des Berges Beehive, der aufgrund der Ähnlichkeit zu einem Bienenstock seinen Namen trug. Zu wärmen Jahreszeiten und im weniger geeisten Zustand soll sich der Berg sehr gut auf der Oberfläche des Bergsees spiegeln. Dies blieb mir aber verwehrt, was allerdings dem tollen Anblick keine Minderung gab.Einen kurzen Zwischenstopp später ging es weiter bergauf bis nach circa fünfundzwanzig Minuten das Ziel des Wegs erreicht wurde, der Lake Agnes und das kleine Teehaus in knapp 2180 Metern Höhe. Dieses wurde für die Versorgung von Wanderern und um die Tradition zu erhalten, nach dem Aufstieg einen Tee zu genießen, bereits 1905 eröffnet und besteht seitdem. Dieser Tradition folgend, genehmigte ich mir einen warmen Tee bei eisigen Temperaturen von knapp minus zehn Grad. Leider konnte der angrenzende Weg auf den Berg Beehive nicht beschritten werden, da dieser aus Witterungsgründen bereits geschlossen wurde.Auch dieser komplett zugefrorene See stellte trotzdem einen wunderbaren Ausblick dar. Doch nun hieß es den Weg zunächst zurück hinab zum Lake Louise zu nehmen um dann den großen Part des Tages anzutreten, den Trail zum Lake Moraine, den vierten See der an diesem Tag auf dem Programm stand. Unten angekommen führte der Weg vorbei am Lake Louise ins nächste kleinere Tal hinauf zur letzten Station des heutigen Tages. Angekommen am Gletschersee in über 1800 Metern Höhe eröffnete sich mir eine interessante ms Schauspiel. Während im vorderen, gefrorenen Teils des Sees vereinzelt ein paar Menschen Eishockey spielten, ergoss sich am hinteren Teil ein Fluss aus Gletscherwasser in den See und sorgte dafür das dieses Stück nicht eingefroren war.Nachdem ich den See einmal von Anfang bis Ende und wieder zurück am Ufen entlang gegangen war, nahm ich aufgrund der vorgeschritten Uhrzeit am Nachmittag den letzen Bus für diese Saison vom Lake Moraine zurück nach Lake Louise Village, denn dieseer stellte den Betrieb während der Wintersaison ein. Nach über zweiundzwanzig Kilometern wandern bei eisigen Temperaturen wärmte ich mich bei einem wohlverdienten Abendessen auf und ließ den Abend entspannt ausklingen.Am darauffolgenden Tag wurde der Rucksack gepackt und ich musste Abschied nehmen vom beschaulichen Örtchen, welches zugleich die höchstgelegene Siedlung Kanadas ist. Es ging wiederum nach Banff, der im übrigen zweihöchsten Gemeinde, um dort erneut ein paar Tage zu verbringen. In den Mittagsstunden wurde der Ort erreicht und bot damit Gelegenheit zu einem nachmittäglich Wanderausflug zu den Bow River Wasserfällen.Dem Fluss weiter folgend verstrich die Zeit wie im Fluge und der Nachmittag neigte sich gerade dem Ende als eine Gruppe Wapiti, einer große Hirschart, von einem Ufer zum nächsten wechselte um dort zu grasen und weiter zu ziehen. Wieder angekommen im Ort konnte der Abend im gemütlichen beendet werden und ein bisschen die weitere Tage durchdacht werden.

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