Trail für Trail

Das morgendliche Frühstück im Holzhausstil gehaltenen kleinem Restaurant im Hostel war eine gute Entscheidung wie sich im Laufe des Tages herausstellen sollte, denn der Verlauf brachte mehr als geplant war. Beim Blick auf das stattliche Frühstück gepaart mit dem Ausblick auf die Berge vom Tisch aus packte mich der Ehrgeiz und so ließ ich mich fortan treiben.Und so begann die Wanderung mit dem Aufstieg zum Tunnel Mountain mit einer Länge von ungefähr vier Kilometern. Allerdings ging es direkt recht steil aufwärts, denn auf der kurzen Strecke mussten doch recht viele Höhenmeter überwunden werden um bei aufkommender Sonne den Ausblick über Banff und die im Hintergrund liegenden Bergketten zu bekommen. Obwohl ein eisiger Wind auf knapp 1700 Metern zeitweise für kalte Temperaturen sorgte, merkte man trotzdem, dass die Sonne noch sehr viel Kraft besaß.Wieder unten in Downtown angekommen, wo der Weg auch gestartet wurde, war auf einem Wegweiser eine weitere Wanderroute zu lesen. Diese führte zunächst wieder zu den Wasserfällen des Bow River, diesmal auf der anderen Seite des Flusses und von hier aus weiter entlang des Wasserlaufs, vorbei an Surprise Corner, bei der ich nicht verstand, wo hier die Überraschung liegen sollte. Der sogenannte Hoodoos Trail führte immer zwischen den am Morgen bestiegenen Berg und dem Fluss entlang durch duchten Wald, große Lichtungen und steinige Auf- und Abstiege.Am Ende der Route wartete eine Felsformation wie sie nur selten vorkommt. Von der Witterung ausgewaschenen Säulen auf den beständigere Felsen wie eine Art Hut oben auf lagen. Während die Füße mich zu diesem Ort brachten kreuzte ein kleines, aber sehr flinkes Tier meinen Weg. Wie sich herausstellen sollte handelte es sich um ein Streifenhörnchen, und in Kindheitserinnerungen schwelgend taufte ich es kurzerhand Chap bevor sich unsere Wege wieder trennten.Am Aussichtspunkt für die Felsformationen angekommen war es Zeit für eine kurze Rast, in der mein Blick auf eine weitere Wanderoute die von hieraus startete und so entschloß ich kurzerhand den Kreis um den morgendlichen Berg zu schließen. Nachdem die Straße überquert, war auf der die lauffaulen Touristen zu diesen Aussichtspunkt gebracht wurden verschwand der Weg direkt wieder im dichten Wald. Sehr interessant klang der Name des sehr gut für Mountainbiker ausgebauten Abschnitts, Teddy Bear’s Picnic. Wobei keinerlei Bären auf dem gesamten Teilstrecke gesichtet wurden.Als sich die Bäumen sich lichteten, tat sich zur rechten Seite ein recht hoher Abgrund auf, an welchen es den nächsten Teilabschnitt der Route entlang ging. Dieses als Coastline bezeichnete Stück bit immer wieder einen atemberaubenden Blick über das weite Tal mit der Sonne und dem Wald im Rücken.Das letzte Stück der Route um den Berg, welches mich zurück nach Banff bringen sollte, verlief verhältnismäßig eben durch den Wald. Die Strecke machte immer wieder recht starke Windungen, vermutlich um für mehr Abwechslung bei den Mountainbikern zu sorgen, daher auch sicherlich der Name The Spine für diesen Abschnitt, was Wirbelsäule bedeutet.Angekommen im Hostel hieß es frisch machen nach dem doch länger als erwarteten Fußmarsch bevor es noch ein letztes mal Abends nach Downtown Banff ging. Am Vorabend hatte ich ein kleines, hauptsächlich von Einheimischen besuchtes Restaurant gesehen indem ich den Tag nach achtundzwanzig Kilometern Wanderstrecke ausklingen ließ.Erwacht am frühen Morgen wurden zuerst die Sachen gepackt, den nun musste Abschied von dem tollen Ort genommen werden, um wieder zur Eisenbahn weiter im Norden zu gelangen. Da der Bus, der mich zunächst nach Calgary zurückbringen sollte, erst am Nachmittag die Fahrt antrat, entschied ich mich noch zu einer kleine Wanderung in der Nähe des Ortes. Auf dieser Strecke begleitete mich ein Australier, mit dem ich kurz zuvor ins Gespräch gekommen war auf dem Weg zum Ausgangspunkt.Einen kurzen Spaziergang und einer netten Unterhaltung später holte ich das Gepäck und begab mich auf den Weg voerst aus den Rocky Mountains zurück in die Olympiastadt. Als Untekunft wurde das gleiche Hostel gewählt wie bereits beim Zwischenstopp eine Woche zuvor und dann hieß es einer amerikanischen Sitte zu folgen und den Abend mit Junkfood in einer Sportsbar bei Eishockey und Football zu verbringen.

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