Früh am Morgen hieß es aufstehen, denn die Deutsche Bahn verlangte zeitiges Aufbrechen in Richtung des Chiemgau. Ziel der Weges sollte Marquartstein südlich des größten bayrischen Sees, des Chiemsee sein. Am Fuß der nördlichen Alpenseite nahe der österreichischen Grenze wurde eine kleine Ferienwohnung das Domizil für die nächsten knapp zwei Wochen. Da die Fahrt jedoch länger dauerte als erwartet, war am Abend nur noch eine kleine Erkundungstour durch die Gemeinde möglich bevor der Tag bei gutem Essen und traditionellen Getränken ausklingen durfte.

Am folgenden Morgen ging es nach einem stärkenden Frühstück in Richtung Staffn-Alm. Angekommen auf ungefähr 1050 Meter über Meeresspiegel und circa 500 Höhenmeter oberhalb der Ferienwohnung wurde ein Höhenwanderweg eingeschlagen. Dieser führte immer weiter bergauf über mit Kühen bestückte Almen, vorbei an einigen Aussichtspunkten und immer wieder in dichte Waldstücke, welche sehr angenehm waren bei den sommerlichen Temperaturen. Nach einiger Zeit zwang jedoch das aufkommende Wetter mit starken Wind und beginnenden Regen zur Einkehr in die Staffn-Alm. Bei Kaiserschmarrn und einem kühlen Hellen ließ sich die Zeit bis zum Abstieg ins Tal sehr gut verbringen. Zurück in der Unterkunft wurden die Wandersachen getrocknet und Abendessen gekocht zum Abschluss des Tages.

Eine erholsame Nacht verging und nach dem Weckerklingeln hieß es, sich Stärken um den Aufstieg zur Schnappenkapelle bewältigen zu können. Der Weg führte über die Tiroler Achen, den Fluss nachdem das Tal benannt ist, vorbei an Burg Marquartstein bis an den Fuß des Schnappenbergs. Unwissend worauf sich eingelassen wurde, startete optimistisch der Aufstieg und immer klarer wurde im Verlauf des relativ kurzen Weges, dass die über 600 Höhenmeter auch besser hätten verteilt werden können. Belohnt wurden die Strapazen mit einen phänomenalen Blick über den Zugang zum Tal und den Chiemsee.

Eine kurze Rast später ging es weiter zur weiter höher gelegen Staudach-Alm für eine weitere kleine Pause bevor der Abstieg ins Dorf begann. Erschöpft ging der Tag entspannt zu Ende. Der nächste Tag sollte ein ruhiger werden und bei einer flacheren Wanderrunde in Richtung österreichischen Grenze gemütliche angegangen werden. Entlang des Flusses führt der Pfad immer weiter südlich bis nach Ettenhausen. Ein kleine Abkühlung im Fluss motivierte am mittlerweile späten Nachmittag zum Rückweg in Richtung Unterkunft, in der sich herausstellte das der vorgenommene ruhige Tag die längste Wanderung bisher aufweisen konnte.

Mit tiefen Schlaf verging die Nacht im Flug und eine kleine Tour stand auf dem Programm. Diese sollte ins Nachbardorf Grassau führen, über Wiesen, kleinere Anstiege und entlang des Waldesrand. Eine Rast im Gasthof durfte nicht fehlen bevor der Rückweg zur Unterkunft anstand. Angekommen gab es einen Empfang der Vermieterin bei dem Kuchen überreicht wurde mit den Worten „Morgen ist Sonntag, da gibt es immer Kuchen“.

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