насолоджуйся чорнобильською смертю пізніше

Mittwoch Abend begann unser Roadtrip an einen der unwirtlichsten Orte der Welt, die Sperrzone rund um das ehemalige Kernkraftwerk von Tschernobyl. Wir, eine mehr oder minder kleine Gruppe von 13 Personen verteilt auf zwei Kraftwagen, fuhren gut gelaunt und voller Spannung in Richtung Osteuropa. Nach einigen Staus und anderen Verkehrsbehinderungen, stundenlanger Grenzübertrittswarterei und ausreichender Pausen inklusive Fahrerwechsel erreichten wir Kiev mit einer gemütlichen Reisezeit von über 29 Stunden. Der Check-In ins Hotel für eine warme Dusche und zwei Stunden Schlaf bis das Wecken angesagt war zur Ortszeit 3:30 dringend notwendig. Allerdings wurde das angedachte Frühstück aufgrund von Müdigkeit und Differenzen zwischen Weckereinstellung und Zeitverschiebung von einem Großteil der Gruppe ausgelassen oder verpasst. Pünktlich gegen ungefähr 8 Uhr wurden wir direkt vorm Hotel abgeholt von unserer Führerin und dem Fahrer, welcher auch gut vom Inkasso-Büro Moskau ausgeliehen gewesen sein könnte.

Eine kurze Einweisung später setzten wir uns in Richtung Sperrzone in Bewegung und erreichten diese nach einem kleinen Snackstopp und circa anderthalb Stunden Fahrt. Die Einlasskontrolle mit Reisepassvergleich verlief unkompliziert und tolerant und so begannen wir unsere Tour durch die 30 Kilometer Sperrzone, in der bis auf wenige Menschen nur Natur und verwitterte Baukunst vorkommt. Wer mochte wurde von Tanya, unserem Guide, mit Atemschutzmaske und Geigerzähler ausgestattet. Zunächst fuhren wir einige Meter in die Zone hinein bis zu unserem ersten Stopps. Immer wieder versorgt mit vielen interessanten neuen Information führte uns unsere Begleiterin immer tiefer in diese verlassene Welt. Sehr oft konnten wir die Umgebung auf eigene Faust erkunden, in verlassenen Häuser reinschnuppern oder einfach die bedrückende Stille wirken lassen.

Vorbei an einigen von der Natur langsam zurückeroberten Gebäuden fuhren wir zu einer bis vor nicht all zu langer Zeit geheimen Militäreinrichtung. Diese war als Raketenabfangsystem Duga von der Sowjetunion errichtet wurden für 17 Milliarden Rubel. Jedoch überschnitt sich der Reaktorunfall und die Inbetriebnahme um wenige Monate und so wurde die 800 Meter lange und 150 Meter hohe Anlage nie genutzt. An ihr seine eigenen Kletterkünste zu testen ist seit einem tödlichen Absturz eines Stalkers, so werden illegale Eindringlinge in die Sperrzone genannt, verboten.

Immer tiefer drangen wir in das Gebiet hinein. Besichtigten einen ehemaligen Kindergarten, der als eines der wenigen Gebäude des kleinen Dorfes erhalten wurde, da er im Gegensatz zu vielen anderen Häusern aus Stein und Beton errichtet wurde und nicht traditioneller Holzbauweise folgte. Zwischen einem Gefühl von Demut und dem Gruselfaktors eines Zombiefilms liefen wir durch dieses noch mit vielen Möbeln und einigen Spielzeugen versehen Gebäude.

Danach ging es zum Reaktorgelände, einem riesigen Areal in dem insgesamt 12 Reaktoren gepkant waren. Vier waren bereits fertiggestellt und Nummer 5 und 6 befanden sich zum Unglückszeitpunkt im Bau. Nach einem kurzen Stopp mit Fuchsbesuch hieß es Mittagessen in der immernoch betrieben Kraftwerkskantine unmittelbar neben dem verunglückten Reaktor 4 und dessen Sarkopharg. Die wahnsinnig schmackhaften und unbedenklichen einheimischen Speisen machten die Nähe zu einer der größten durch Menschen verursachten Katastrophe fast vergessen und man fühlte sich etwas wie ein Arbeiter in der Kraftwerkfamilie. Der Halt direkt am Reakter 4 verstärkte dieses Gefühl noch weiter.

Wir erreichten ohne Mittagsschläfchen die extra für den Krafwerkkomplex erbaute Stadt Prypjat am frühen Nachmittag. Die als Vorzeigeprohekt konzipierte und für bis zu 100000 Einwohner angelegte Stadt betraten wir über die ehemalige Prachtallee, welche mittlerweile mehr aus Bäumen als aus Straße besteht. Angekommen auf dem zentralen Platz erhielten wir viele nützliche Informationen aber auch Verbote wie Iss keine Erde oder Betritt keine Gebäude, was gerade im Hinblick auf die zweite Sache ein kleiner Wermutstropfen war. Im übrigen ist die sinngemäße Übersetzung von Tschernobyl ins Deutsche Wermut.

Vorbei an einem verlassenen, aber noch gut ausgestatteten Konsum und dem Theater der Stadt führte unser Weg durch die Blütezeit des sozialistischen Wohnungsbaus. Einen kurzen Fußmarsch später gelangten wir an eine der bekanntesten und skurrilsten Plätze der Sperrzone, den kleinen Freizeitpark mit einem der berühmtesten Riesenräder der Welt.

Unser Streifzug durch den Park brachte den kleinen Autoscooterparcours und ein Karussell zu Vorschein. In gewisser Art und Weise war an dieser Stelle fast greifbar wie die früheren Einwohner sich mit einem Eis in der Hand an einem sonnigen Tag amüsierten.

Im weiteren Verlauf der Tour durchquerten wir einen kleinen Wald, welcher sich als Fußballfeld des Stadions der Stadt entpuppte. Entlang der Haupttribüne brachte uns unserer Weg zurück zu unserem Fahrer, der uns zum Café am See brachte. Idyllisch gelegen herrschte zu Öffnungszeiten sicher reger Betrieb, der mit modernster Technik wie Kaffeeautomaten versorgt wurde. Einer der letzten Stopps auf unserer Erkundung war das Krankenhaus. Im Eingangsbereich befand sich ein Ablageplatz eines det Helme der ersten Feuerwehrmänner, die vor Ort waren ungefähr 3 Minuten nach dem Unfall. Diese erhielten ohne jegliche Schutzkleidung die größte Strahlung aller Beteiligten zur Eindämmung des Unfalls. Der Geigerzähler von Tanya zeigte am Ort des Helmes Werte jenseits der 600 Microsievert. Angemerkt sei, dass diese Dosis verabreicht über grob 4 Stunden definitiv tödlich ist.

Zurückgekehrt nach Kiev ging es sehr beeindruckt von den gesammelten Impressionen zum gemeinschaftlichen Abendessen. Gesättigt und nach gemütlichen Ausklingen lassen des Abends hieß es vorbereiten auf die anstehende Heimreise am folgenden Morgen mit kurzer Stadterkundung inklusive des Maydan Platzes. Unterbrochen wurde unsere Fahrt in die westliche Welt nur durch Grenzbeamte, die die Einfuhrbestimmungen der EU durchsetzeten und darauf das komplette Fahrzeug inspizierten. Über 4 Stunden Lebenszeit verbrachten wir an der ukrainisch-polnischen Grenze bevor unsere Reise fortsetzen konnten, erleichtert um Zigaretten und Geld.

Alles in allem aber ein wunderbarer Roadtrip in ein Land, was so viel mehr zu bieten hat als nur die Sperrzone rund um den Reaktor. Eine weitere Reise lohnt sich auf jeden Fall.

Ein Gedanke zu „насолоджуйся чорнобильською смертю пізніше

  • Hans-Jürgen Riediger
    16. Mai 2018 um 17:21

    Hätte nicht gedacht, dass junge Leute einen Trip nach Tschernobyl machen. Finde ich ganz toll.
    Unsere Familie hat da noch Erinnerungen an diese Zeit. Cordula, was meine Frau ist, ging mit unseren Kindern zur Zeit des Unglücks über die Erfurter Felder spazieren und kam ungeschützt in einen Landregen. Abends kam dann die Meldung, dass eventuell diese Regen nicht ungefährlich sein könnten (radioaktiv). Später kam dann wohl Entwarnung.
    Danke für den Bericht – nett geschrieben, obwohl es einen schon etwas gruseln kann.

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