Wie bereits angedeutet machte ich mich am Dienstag Morgen auf zum Bus in Richtung Lake Tekapo. Mit einer kleinen Verspätung, die man noch zum akademischenViertel zählen kann, setzte sich der Bus gen Norden in Bewegung. Der Weg führte uns durch viele Täler und endlose Hügel- und Graslandschaften, vorbei an zahlreichen Bungee-Möglichkeiten inklusive einer der bekanntesten Brücken der Szene von Adrenalinbegeisterten, die Kawarau Bridge. Vorbei an Cromwell und den dahinter liegenden Vineyards ging es immer weiter auf den eigentlichen Höhepunkt des Tages zu, den Mount Cook. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Omarama zur Stärkung brachte uns die Straße zum Aoraki/Mount Cook Village.

Allerdings war der Wettergott während des 2-Stündigen Aufenthaltes uns nicht wohl gesonnen und der freie Blick auf den höchsten Berg Neuseelands blieb uns verwehrt. Uns setzte sich in dem Fall zusammen aus einen sehr amüsanten leicht stoffeligen Busfahrer, einer japanischen Reiseleiterin, allerlei Weltenbummler, den ca. 80% Japanern im Bus und mir. Die kleine Wanderung von ca. 40 Minuten, die ich im Regen machte entschädigte allerdings ein wenig, da auch hier wieder viel der einzigartigen Natur gesehen werden konnte. 

Gegen 4 Uhr Nachmittags kam ich am Lake Tekapo im gleichnamigen Örtchen an und suchte mir erstmal eine Übernachtungsmöglichkeit. Fündig geworden direkt am Seeufer bezog ich mein Quartier für die nächsten zwei Nächte, ein 6-Bett-Zimmer, welches ich mir mit 2 Kanadiern und, wer hätte es erwartet, 3 Japanern teilen sollte. Aufgrund des schlechten Wetters drehte ich nur eine Ortserkundungsrunde und genoss das Hostelleben am Abend, was sich aufgrund des starken Regens als geschickter Schachzug erwies.

Gestärkt durch Schlaf und Essen erwachte ich sehr zeitig am folgenden Morgen, mit einer tollen Überraschung. Zwar hatte ich mitbekommen das es in der Nacht aufgehört hat zu regnen, aber ich wusste nicht das das zu Gunsten von Schneefall geschah. Nach einen kleinem Frühstück im nahegelegenen Cafe führte mich mein Weg zur Church of the Good Shepherd, welche anstatt eines Altarbildes ein Fenster hat mit Blick auf See und die Southern Alps.

Von hier aus führte mich mein Weg vorbei an der Statue des Hundes des Schafhirten zum Mount John. Der nun beendete Schneefall wurde langsam durch die Sonne verdrängt und ich beschloss den Aufstieg zum Gipfel auf mich zu nehmen. Motiviert wie man am frühen Morgen noch ist, gab es nur die Wahl der kurzen Route zum höchsten Punkt des Berges. Oben angekommen nach überwunden ca. 300 Höhenmetern und der offensichtlich erste an dem Tag auf diesem Weg musste ich feststellen das ich auch der erste und für eine gewisse Zeit auch der einzige auf dem Gipfel war. Es gab zwar ein Observatorium und ein Cafe, aber beide waren menschenleer. Das eine aufgrund mangelnder Sterne das andere aufgrund mangelnder Gäste zu dieser Tageszeit. Da ich nun schon zwei Premieren „feiern“ durfte, möchte ich eine dritte nachreichen. Denn alle Guten Dinge sind drei, und somit zeige ich zum ersten Mal im Blog ein Bild von mir.

Nach kurzem Überlegen, welchen Weg ich bergab einschlagen soll aufgrund neu aufziehender Wolken, kam schließlich Bewegung in den Cafe-Betrieb und bescherte mir eine dreiviertel Stunde Wärme und einen guten Americano. In der Zwischenzeit riss die Wolkendecke auf und binnen kürzester Zeit waren fast alle Woljen verschwunden oder an den Horizont gedrängt, also hieß es die lange Route wieder hinab zum See zu nehmen. Durch einen Parcour von Schneeresten und deren Rinnsalen, rutschigen Gras, Weidezäunen und Ziegen- und Schafköteln und deren Verursachen ging der Weg zurück zum Ort Tekapo. Der Blick der sich immer wieder über den See offenbarte entschädigte nicht nur für die Strapazen sondern auch für den schüchternen Mount Cook.

2 thoughts on “Cold Mountain

  1. Na da wünschen wir erstmal eine stabile Gutwetterlage als Grundlage für alles noch Kommende. Aber das Nasse gehört nun mal da unten (bei Dir natürlich oben) dazu.
    Martina und Lutz

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