Einen schönen Abend in der dem Westernstil nachempfundenen Taverne und der erholsamen Nacht direkt am Strand später ging die Reise über Westport und Greymouth weiter in Richtung Süden. Vorbei an malerischen Küstenlandschaft, durch kleinste Orte und endlose Graslandschaften. Auf der Fahrt machte ich Bekanntschaft mit Leuten, die auch schon am Tag zuvor mit mir im Bus saßen. Angekommen in Franz Josef Village musste mal wieder eine Unterkunft gesucht werden und die Wahl fiel auf das Chateau Franz. Ein mehr als gemütliches Hostel mit Kickertisch, Frühstück und einer wärmenden Suppe am Abend.

Kayaking

In diesem kleinen Ort mit gerade einmal knapp 300 Einwohnern, aber wohl ca. 4000 Gästen im Schnitt pro Tag, hatte ich meine einzige Aktivität, die ich im Voraus gebucht habe. Also 2 Tage vorher um genau zu sein und das im Voraus ein bisschen zu relativieren. Dies sollte am ersten Tag gegen frühen Nachmittag starten und so machte ich mich am Morgen auf um für den nächsten Tag eine Kayaktour zu bekommen. Gesagt, getan und danach begann die Lauferei. Denn keine 2 Stunden nach dem Bestätigen der Tour wurde meine Aktivität für Nachmittag aufgrund der Wetterlage gecancelt. Also zurück zum Kayakveranstalter, um zz fragen ob ich stattfessen am Nachmittag meines ersten Tages schon die Tour machen könnte. Glücklicherweise war des möglich und nun hieß es wieder auf die andere Straßenseite zum Veranstalter der ursprünglichen Aktivität um dort gegebenenfalls für den nächsten Tag noch einen Platz zu ergattern. Auch hier sollte mir der Adrenalingott gnädig sein und ich bekam einen Platz am vormittag des darauffolgenden Tages. 

Die Tour mit dem Kayak ging über rund 3 Stunden auf einem tiefschwarzen See ungefähr 10 km entfernt vom Schlafplatz. Als Paddelpartner im 2-Mann-Kayak hatte ich zum wiederholten Male einen Iren. Gemeinsam bildeten wir ein Team, welches nur von einer schweizerisch-österreichischen Kombination verfolgt werden konnte. Die anderen 2 Boote mit Paddlern aus dem Reich der Mitte schaften es nur selten den Anschluss zu halten. Vorbei an einer kleinen Insel inmitten des vom Gletscher geformten Sees ging es in ein Kiwi Sanctuary. In diesem lebt die seltenste der 5 Kiwiarten Neuseelands, der Rowi. Da dieser körperlich größte Kiwi aber, wie alle anderen Arten auch, nachtaktiv ist haben wir leider keinen zu Gesicht bekommen. Dennoch erhielten wir von unserem Guide viele interessante Fakten über das Gebiet und die seltenen Tiere. Derzeit ein Bestand von ca. 550 Tieren.

Wieder im Hostel angekommen, wurde es ein gemütliches Beisammensein mit warmer Suppe, Bier und ausgedehnten Unterhaltungen mit viel Spaß. Was allerdings dazu führte das mein Bett erst gegen 3:30 Uhr meine Anwesenheit genießen durfte.

Hubschraubercockpit

Am Morgen geweckt durch das recht frühe Abreisen meiner Zimmernachbarn bereitete ich mich, nach einem Kaffee und dem Verabschieden, auf meine tags zuvor abgesagte Aktivität vor. Es sollte ein Heli Hike werden, welcher mich per Hubschrauber auf den Gletscher Franz Josef bringen sollte und dort mit einer Eiswanderung fortgesetzt wird. Benannt ist einer der sich am schnellsten bewegenden Gletscher der Welt zu Ehren des ehemaligen österreichischen Monarchen. Nebenbei angemerkt ist dies einer von drei Gletschern weltweit die bis in den Regenwald reichen. Der zweite ist sein Nachbar, der Fox Glacier und der dritte ein Gletscher in Patagonien.

Kea auf den Franz Josef Glacier

Angekommen auf dem Eis nach ungefähr 10 Minuten Flug im Helicopter wurde man ersteinmal mit den Spikes für die Schuhe vertraut gemacht damit das Vorwärtskommen auf dem Wegen gesichert war. Ein Kea, ein Exemplar einer recht großen Papageienart, beobachtet das bunte Treiben der Besuchen in seinem Wohnzimmer. Nebenbei versuchte er aber immer wieder am Rucksack des Guides herumzuzupfen, in der Hoffnung etwas essbares darin zu finden.

Nach kurzer Einweisung startete unser Rundgang über das Eis des Gletschers. Immer wieder mussten wir steile Anstiege erklimmen oder diese hinabsteigen. Über einige kleinere Gletscherspalten liefen wir immer weiter den Feanz Josef hinauf. Unser Guide, Ross, seines Zeichens gebürtiger Kalifornier, versorgte uns beständig mit neuen Fakten über die Entwicklung von Gletschern.

Guide Ross und ich

Als es allerdings eine Funkspruch hinsichtlich der Wetterbedingungen gab, mussten wir unseren Rückweg zügiger zu Ende bringen und wurden ungefähr eine Viertelstunde früher vom Gletscher mit dem Hubschrauber heruntergebracht.

Gletschspalten

Sicher gelandet und nach erfolgreicher Abgabe der Ausrüstung für die Wanderung, gönnte ich mir die direkt zum Veranstalter gehörenden Hot Pools und relaxte etwas im badewannewarmen Wasser.

Eisbaugeräte

2 thoughts on “Kayak, Ice und Dosenbier

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