Nachdem der Rundgang über die kleine vorgelagerte Halbinsel beendet war machte ich mich in dem kleinen verträumten Örtchen auf die Suche nach einem wohlverdienten Abendessen. In einem unscheinbaren und zusätzlich als Cafe getarnten Etablissement wurden meine Sinne mehr als verwöhnt. Zurückgekehrt im Hostel ließ ich mich entspannt und zufrieden ins Bett fallen, auch wenn der eigentliche Gedanke war, noch ein bisschen Zeit mit den vier anderen Gästen im Gemeinschaftsraum zu verbringen.

Am nächsten Morgen hieß es packen und sich zur Walsichtungstour zu begeben. Nach einem kleinen Zwischenstopp an einem Kaffee- und Frühstückswagen erreichte ich das Ziel, Whale Watch Kaikoura. Eingewiesen in Sicherheitsvorkehrungen und hingewiesen auf starken Seegang, ging es mit dem Bus zum Boot. Dort angekommen fuhren wir über einige Wellen, Käpt’n George schien es Spaß zu machen, recht weit vor die Küste zum Ort an dem zuletzt eine Walsichtung erfolgte. Auf dem Plan standen Pottwale und eventuell Killerwale und Buckelwale. Nach einiger Zeit tauchte ein Wal auf, aber immer nur leicht an der Oberfläche um Auszuatmen. Eine riesige Fontäne ergoss sich jedes mal bevor er nach ein paar Minuten in den Tiefen des Pazifiks verschwand. Die Zeit verging, während wir uns auf, ich nenn es mal Schleichfahrt befanden, ohne jegliche Walaktivitäten. Endlich bewegte sich wieder etwas und das Schauspiel des Atmens wiederholte sich. Allerdings diesmal aus noch größerer Entfernung. Unsere Expeditionszeit näherte sich nach über zwei Stunden langsam dem Ende und mit leichter Enttäuschung mussten Käpt’n George, seine Crew und wir die Fahrt zurück zum South Bay Marina antreten. Aber dann kam wie aus dem nichts, ich nehme an von dem über uns kreisendem Flugzeug ein Funkspruch einer Walsichtung unweit unseres Bootes. Geistesgegenwärtig riss der Bootsführer das Steuer rum und fuhr mit größtmöglicher Geschwindigkeit in Richtung der berichteten Stelle. Gleichend eines Straßenrennen lieferten wir uns mit zwei anderen Booten eine Schlacht um den besten Platz. Wir positionierten hinter dem Wal, welcher sich auf seinen Tauchgang vorbereitete. Nach einigen Minuten ruhigen Treiben an der Oberfläche und beständigen Atmen trat er seinen Tauchgang an und wie als Winken kam seine Schwanzflosse nach oben zum Abschied. Die englische Bezeichnung für Pottwal ist im übrigen Gaint Sperm Whale,  wer auch immer sich diesen überlegt hat.

Gaint Sperm Whale

Zurückgekehrt im Hafen mit mehr als einer Stunde bester Verspätung hieß es zunächst zu Mittag essen und danach auf den Bus zurück nach Christchurch warten. Dort angekommen checkte ich aus geografischer Bequemlichkeit wiederim Hostel mit dem Charme der 30er Jahre ein. Nach einem kurzen Plausch mit der jung gebliebenen aber schon grauhaarigen Rezeptionistin Linda, bekam ich das gleiche und aich selbe Zimmer wie zwei Nächte zuvor. Angekommen in selbigen stellte ich fest das mein geselliger Ire ebenfalls noch hier war. Eine kurze Unterhaltung später ging es eine Runde durch die Stadt, auf einem anderen Weg als zuvor.

Christchurch City Council

Abschließen wollte ich den Rundgang in einer Kneipe oder ähnlichem, entschied mich aber dann Linda’s Hinweis zu folgen und dem Bandabend direkt im Hostel beziehungsweise dessen dazugehöriger Bar zu beenden. Ich weiß nicht, welche Rock- und Metalbands dort vor einem überschaubaren Publikum spielten, aber die Musik war gut und das Bier kalt.

New City Hotel Livebands

Nach einer kurzen Nacht begab ich mich mit all meinen Sachen zum Busterminal, bei dem es hieß „Auf in den Norden“. Acht Stunden Busfahrt lagen vor mir, hindurch weiter Gras- und Weidelandschaften, über Gebirgspässe und dem Ort Hammer Springs, an unendlichen Weinfelder vorbei führte mich der Weg nach Picton, so ziemlich das nördlichste auf der Südinsel und Fährstadt nach Wellington. Aufgrund der langen Reise entschied ich mich spontan auf die Goldvariante des Busses zu upgraden, quasi der Business Class, was bei umgerechnet 13 Euro eine gute Entscheidung war. Hätte ich allerdings gewusst das ein mir wohlbekannter Grieche den gleichen Bus nimmt hätte ich dies nicht gemacht. Ich hatte ihn auf dem Weg von Lake Tekapo nach Christchurch kennen gelernt und eine lustige Busfahrt mit dem stoffelligen Thomas verbracht. An jedem Stopp den der Bus einlegte, unterhielten wir uns fröhlich und tauschten die Erlebnisse der letzten Tage aus. Unsere Wege trennten sich aberbals in Murchison, da er nach Nelson umsteigen musste.

Busstopp

Angekommen in Picton gönnte ich mir ein Bed and Breakfast und kein Hostel, eas allerdings un Anbetracht der Lage und dem geringfügig höherem Preis keinen Unterschied machte. Nachdem ich den Harbour View Walkway zu Fuß bestritt und einige schöne Einblicke auf den wirklich niedlichen Ort, seinen Hafen und dessen Umgebung erhielt, genoss ich den Rest des Abend in einem irisch Pub im Stadtzentrum bei einem original irischen Barkeeper.

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